Geschichte der mechanischen Musik


 
 

1400

Die Ursprünge der mechanischen Musik gehen auf das Glockenspiel des 14. Jahrhunderts in Flandern zurück. Ein erfinderischer Glöckner entwirft einen mit Stiften bestückten Zylinder, die unmittelbar auf mit Hämmern verbundene Hebel treffen und so die Glocken erklingen lassen. Eine Verkleinerung dessen wird später in Wand- und Taschenuhren eingesetzt.

1780

Der mechanische Singvogel wird von den Gebrüder Jaquet-Droz, Uhrmacher aus La Chaux-de-Fonds, erfunden. 1848 wird die Herstellung der Singvögel vom Franzosen Blaise Bontems in seinem Atelier in Paris so perfektioniert, dass sie später keine Veränderung mehr benötigt. Drehorgeln verbreiten sich in den Strassen.

1796

Antoine Favre, Genfer Uhrmacher, erfindet das Musikwerk. Er ersetzt die Glocken durch im Voraus gestimmte Metallzungen, die verschiedene und präzisere Klänge ermöglichen. Viele Musikobjekte werden verkauft.

1811

In Sainte-Croix werden die ersten Musikdosen hergestellt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts überholt die Musikdosenindustrie die Spitzenklöppelei wie auch die Uhrmacherei. Sainte-Croix erhält dadurch internationale Bekanntheit. Die Musikdosenindustrie wächst damals für die Schweiz zu einem der Hauptexportzweige heran (bis zu 10%).

1865

Der Uhrmacher Charles Reuge aus dem Val-de-Travers baut sein Unternehmen in Sainte-Croix auf. Er ist fasziniert von Taschenuhren und Musikwerken.

1870

Ein deutscher Erfinder kreiert die erste Lochplattenspieldose und erlaubt damit ein öfteres und leichteres Wechseln der Melodie. Es ist auch das goldene Zeitalter der Automaten. Diese werden zu echten Kunstwerken.

1877

Die Erfindung des Phonographs durch Thomas Edison bringt die Spieldosenindustrie in arge Bedrängnis. Die Folgen dieser Erfindung werden am Ende dieses Jahrhunderts stark zu spüren sein.

Anfang des
20. Jahrhunderts

Die Erfindung des Phonographs, der Erste Weltkrieg, sowie die Wirtschaftskrise der 20er Jahre bringen die blühende Industrie von Sainte-Croix in arge Bedrängnis. Das ganze Segment der Luxusmusikdosen verschwindet.

Reuge, 1865 durch Charles Reuge gegründet, schafft es, diese schwere Periode zu überstehen, dank verschiedenen Nebenaktivitäten, und erreicht sogar ein gewisses Wachstum. Ende des Krieges entdecken die Amerikaner die „little music“ und machen sie in ihrem Land bekannt.

1950

Die Japaner bedrängen den Musikdosenmarkt und erreichen sehr schnell eine wichtige Produktivität. Dies ist, für die schweizer Hersteller, die bedeutendste Herausforderung nach dem Phonograph.

1960

Es bestehen noch ungefähr dreissig Musikdosenhersteller. Ob diese nun Schweizer- oder Ausländische Unternehmen sind, sie   werden alle mit der gleichen harten Realität konfrontiert: ihre Industrie nimmt ab, und die Infrastruktur veraltet sich. Die Schliessung ist oft die einzige Möglichkeit.

1985-1993

Diese Periode wird durch die Konzentration mehrerer Unternehmen geprägt.

2004

Reuge besitzt das weltweite Monopol der Musikdosen, Singvögel, und Musikuhren im Luxussegment.

2007

Die Musikdose ist heute überall auf der Welt zu Hause. Sie wird von Generation zu Generation weitergegeben, ein exklusives Geschenk, wie Innendekorationsgeschenk oder Firmengeschenk, das Emotion weckt.

 
  luxury music box 

 
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